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Die Vision |
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Wir tönen und singen Miteinander, um unsere Selbstheilungskräfte zu entfalten. Wir unterstützen uns darin, mit unserer Stimme so da sein zu können, wie es uns jeweils entspricht. Das heilkräftige Tönen und Singen ist ein Weg, um auf ein entspannte, freudevolle Weise mit sich selbst zu sein. Wir bauen miteinander in der Gruppe ein heilsam wirkendes Schwingungsfeld auf. Alles, was wir für uns tun, machen wir auch für die anderen. Wie bewegen uns in einer sich verstärkenden Spirale von Geben und Nehmen. Im aktiven Tönen und Singen verbunden mit dem Lauschen für uns selbst und die anderen, kann in Achtsamkeit und Stärke Zugang zu unseren Kraftquellen gefunden werden. Wir singen von uns und für uns. Wir lassen geschehen, was sich von Innen, von unserem Selbst zeigen möchte. Wir finden unseren Ton, unsere Stimme. |
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Die sieben Kraftquellen (Basisressourcen) des heilsamen und lauschenden Singens können immer wieder neu erfahren werden 1. Basisressource: Ja zum Leben 2. Basisressource. Ja zur eigenen Lebendigkeit 3. Basisressource: Ja zum Wandel 4. Basisressource: Ja zum Augenblick 5. Basisressource: Ja zur aktiven Selbstheilung 6. Basisressource. Ja zu Freude und Sehnsucht 7. Basisressource: Ja zu Empathie |
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Wir können erfahren, dass wir Schwingung sind. Dass die Welt Klang ist. |
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Auszug aus: (Arbeitstitel) Singen, Selbstheilung und Therapie, von Alfred Schultz (Mitherausgeber)
Alfred Schultz Das Ja in Klang und Sound : Ressourcen im ursprünglichen Singen
Und der Hauch schwillt an zum Jauchzen Karl Adamek, in: Die Suche
Im Singen in seinem ursprünglichen Äußern als Stöhnen, Juchzen, … wird auf direkte Weise das momentane Erleben zum Ausdruck gebracht. Diese Form des Singens hat nichts mit Kunstsingen, Noten lesen etc zu tun. Schon gar nicht ist es von der Absicht getragen, anderen etwas vorzeigen zu wollen. Es geht um die direkte Äußerung des eigenen Fühlens. Das Singen hat diese Funktion in der Menschheitsgeschichte immer gehabt. Es ist die Sprache unseres Fühlens. Das kann sogar sehr unmittelbar geschehen. Unmittelbarkeit meint, dass das Gefühl in dem Moment zum Ausdruck gebracht wird, in dem es gespürt wird. Wer auf diese Weise singt, der kann sagen:
In dem Moment, in dem ich die Last des Lebens spüre, stöhne ich. In dem Moment, in dem ich Freude fühle, juchze ich. In dem Moment….
Solch ein Singen kann sich einfach als Klang, im Tönen und in den Tönen zeigen und selbstverständlich auch mit Text unterlegt sein. Wenn wir in der Lage sind, direkt im Moment unser Erleben auszudrücken, sind wir in einem Selbstkontakt mit uns, der uns als fühlende Wesen Bestätigung gibt. Diese Bestätigung geben wir uns selbst. Singen in seiner Unmittelbarkeit erweckt die Stimme in uns, die uns sagen kann: ”Egal, was ich in diesem Moment erlebe, ich bleibe mir selbst treu, in dem ich mich mit diesem Erleben annehme.” Im ursprünglichen Singen sind wir mit uns selbst musikalisch im Gespräch. Es ist wahrscheinlich das schönste Selbstgespräch das wir mit uns führen können. Was für eine Ressource!
Karl Adamek hat nachgewiesen, wie hilfreich Singen zur Stressbewältigung sein kann, wenn es als Alltagskultur im Leben der Menschen einen Platz hat. Menschen, die singen können, was sie im Herzen bewegt, können ihren Stress lindern. Es ist ihnen möglich, sich nicht nur körperlich, sondern emotional auszubalancieren. Da Singen bei uns nicht mehr als Alltagskultur vorhanden ist, ist uns eine ganz wichtige Quelle zum Selbstbestärken in unserem eigenen Erleben abhanden gekommen.
Singen als unmittelbarer Ausdruck unseres Erlebens im Alltag kann aus therapeutischer Sicht als Gesundheitsförderung angesehen werden. Diese Form des Singens hilft uns, möglichen seelischen Beschädigungen und Traumatisierungen vorzubeugen. Hier schlummern riesige Potentiale für ein gesünderes, freudevolleres und damit wohl auch erfüllteres und zufriedeneres Leben.
Wie können diese gesundheitsfördernden Kräfte im Singen genutzt werden, auch wenn wir uns nicht in der Situation befinden, das Singen als heilsame Alltagskultur zu pflegen? Was bleibt uns, wenn wir die Chance des direkten emotionalen Selbstausdruckes aufgegeben haben? Die Antwort ist sehr einfach. Wir können einen uns gemäßen Weg entwickeln, um die so eben beschriebenen heilsamen Kräfte zu nutzen.
Ich wiederhole es, weil es so zentral für die Haltung ist mit der wir uns dieser Singform nähern:
Von uns und für uns!
Was für eine große Chance! Wir selber sind die Künstler, die dem Instrument, welches wir selbst sind, die Töne entlocken. Und - wir sind unsere eigenen Hörer. Wir tönen und lauschen, wir erklingen. Wir machen Klang oder lassen Klang entstehen, gleichzeitig sind wir hinhörend auf den Klang bezogen. Dieses Singen lässt uns im ganzen Körper wach werden. Das ist die Quintessenz des heilsamen, lauschenden Singens.
Durch einen stressfreien Raum, der es jedem ermöglicht, von Innen heraus zu singen, werden die Kräfte der Selbstbestärkung wie von selbst frei gesetzt. In der Erfahrung der gut balancierten Spannung fühlen sich die Singenden schon nach kurzer Zeit wohl, begleitet von Glücksgefühlen. Das alles wissen wir inzwischen aus neueren Untersuchungen zur Wirkung des Singens. Karl Adamek ist mit seiner empirischen Untersuchung zum Singen als Lebenshilfe den Weg des Pioniers auf diesem Gebiet gegangen. Als vor Jahrzehnten noch niemand an die Heilkraft des Singens dachte, machte er sich auf den Weg. Wolfgang Bossinger hat in jüngerer Zeit in seinen Publikationen dokumentiert, welche gesundheitsfördernden Potenziale im Singen anzutreffen sind.
Der in der unmittelbaren Äußerung unseres Erlebens enthaltene Zugang zur Selbstakzeptanz wird im heilsamen und lauschenden Singen immer wieder erfahren. Einmaliges Tun ist allerdings nicht genug. Wer es nur einmal tut, der kann nur kurz, gleich dem Leben einer Eintagsfliege, von den positiven Wirkungen profitieren. Wer diese Singform nachhaltig für sich nutzen will, der praktiziert sie am besten regelmäßig. Durch die Wiederholung der positiven Erfahrungen können im Gehirn neuen Bahnungen geschaffen werden, die das Erlebte dauerhaft verankern.
Dieses ist auch das Ziel einer ressourcenorientierten Therapie, die z.B. konsequent mit inneren, das Selbst bestärkenden Bildern arbeitet, um durch neue Bahnungen im Gehirn die selbstbejahenden Kräfte zu entwickeln und zu stützen.
Die Wirkungen des heilsamen und lauschenden Singens können enorm gesteigert werden, indem in der gut ausbalancierten Spannung die Kraft der positiven, inneren Bilder genutzt werden kann. Wenn es zusätzlich gelingt, dass die Singenden mit Bewusstheit und Wachheit für ihr inneres Erleben anwesend sind, dann eröffnen sich in dieser Singform enorme Chancen zur Heilung aus sich selbst heraus. Im heilsamen und lauschenden Singen werden alle unsere Sinne angesprochen. Darin besteht eine riesige Chance an Wachstum für unser Gehirn. Nach und nach können viele neue Schaltungen entstehen.
Adamek und Blank zeigen in einer neuen Studie, dass das Singen als Sprache für unsere Gefühle von zentraler und heilsamer Bedeutung ist. Da wir fühlende Wesen sind, brauchen wir einen Ausdruck für unser Erleben. Unsere Worte erreichen nicht die Intensität und Stimmigkeit wie es im Singen möglich ist. In unserem Kulturkreis haben sich die Menschen von dieser Möglichkeit der Selbstäußerung weitgehend abgeschnitten. Damit versiegt eine enorme Heilquelle. Diese Quelle der Selbstheilung können wir zurückgewinnen. Wenn es gelingt, dass Menschen sich auf diese Weise in ihrem Erleben ausdrücken, kann es in der Menschheitsgeschichte geradewegs einen “Quantensprung“ (Adamek/Blank) geben. Dieser Quantensprung bezieht sich auf unser Erleben von uns selbst und unserer Welt. Singen in seiner ursprünglichen Form eröffnet Möglichkeiten für ein Leben, das durch Glück angereichert sein kann. Es scheint so zu sein, dass der von Adamek und Blank skizzierte Quantensprung nur durch das hier beschriebene, selbsttätige Singen möglich ist. Passives Hören alleine - so gut das in vielen Fällen auch sein mag - , hat nicht den gleichen Effekt.
Im folgenden will ich skizzieren, welche Ressourcen im heilsamen Singen erfahrbar sein können. Es sind sieben Basisressourcen, die sich uns erschließen können. Die Basisressourcen sind nicht nur im Singen erfahrbar, sie sind nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen im heilsamen Singen allerdings besonders einfach und freudevoll zugänglich. Auch ist die Intensität der Erfahrung im heilsamen Singen in gesteigerter Form vorhanden. Nicht selten kann es zu “Gipfelerlebnissen“ (Maslow) kommen, also zu Erfahrungen, die sich in ihrer erlebten Positivität und Intensität tief einprägen. In gewisser Weise sind alle sieben Basisressourcen im heilsamen, lauschenden Singen - mehr oder weniger intensiv - immer anwesend, auch wenn unser Bewusstsein sie nicht alle gleichzeitig registriert. Unsere bewusste Wahrnehmung stellt immer eine Auswahl dar, die davon abhängt, was für uns im jeweiligen Moment für Ohr und Seele im Vordergrund steht. Heilsam wirkt aber nicht nur das, was wir bewusst aufnehmen, sondern all das, was in Klang und Sound von uns mit unseren Zellen angenommen werden kann. |
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Wir beziehen uns in unserer Arbeit in erster Linie auf das heilsame, lauschende Singen so wie es von Karl Adamek entwickelt wurde. |
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